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Anjerpunkt Gramsbergen

In der malerischen Altstadt von Gramsbergen befindet sich das kulturhistorische Infozentrum Vechtdal. Hier machen Sie Bekanntschaft mit der Kultur und der Geschichte des wunderschönen niederländischen und deutschen Vechtetals. Monumente, Landschaften und Freizeitmöglichkeiten werden hier auf zeitgemäße Art und Weise anschaulich präsentiert. Jahrtausendealte archäologische Funde aus dem Vechtdal sind hier zu bestaunen. Darüber hinaus finden Sie im Obergeschoss eine beachtliche Sammlung von Funden aus dem Mittelalter.
Wir bieten einen umfangreichen Prospektservice für Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in dieser attraktiven Flussregion. Im Infozentrum ist auch das Heimatmuseum untergebracht, das Sie die Geschichte des Vechtetals auf eine zeitgenössische, moderne Art erleben lässt.

Öffnungszeiten:
Das Infozentrum Vechtdal ist ganzjährig (außer an Feiertagen) geöffnet:
Dienstag bis Freitag von 10:00 – 17:00 Uhr und Samstag von 10:00 – 16:00 Uhr.

Eintritt:
Erwachsene 2,50 €; geführte Gruppen (eventuel mit Stadtführung) 5,00 € p.P.
Kinder 1,50 €
Alle Ausstellungen sind kostenfrei für Förderer. Für 11,50 € erhalten Förderer ganzjährig freien Eintritt. Möchten Sie ein Förderer werden? Kein Problem! Hier finden Sie das Anmeldeformular.
Im Museumsshop von Infozentrum Vechtdal befindet sich auch der Prospektservice. Wir führen ein ausgiebiges Sortiment an Fahrrad-, Wander- und Autorouten. Auch verkaufen wir Geschenkgutscheine von EMM in verschiedenen Stückelungen.
Besuchen Sie für aktuelle Informationen www.vechtdaloverijssel.nl
Kontakt:
Infozentrum Vechtdal
Meiboomplein 4
7783 AT Gramsbergen
Tel: +31 (0) 524 56 1639
Fax: +31 (0) 524 56 3351
E-Mail: info@infocentrumvechtdal.nl
Unser Museum ist ein Anjerpunt (Erlebnispunkt):

Ausstellungen
Hier finden Sie die Dauerausstellungen im Infozentrum Vechtdal.

Münzsammlung aus dem 13. Jahrhundert
Die Ausstellung über die Schlacht von Ane wird ergänzt durch eine eindrucksvolle Sammlung antiker Münzen, die der Amateur-Archäologe Jan Godeke in einem Gramsberger Feld in der Nähe der Vechte gefunden hat. Die 35 Silberstücke wurden im Auftrag von Willebrand van Oldenburg, dem Bischof von Utrecht, sowie Kaiser Frederik II und Graf Gerhard van Gelre geschlagen.
Schlacht von Ane
Im Infozentrum wird die berühmt-berüchtigte Schlacht von Ane, die am 28. Juli 1227 im Weiler Ane stattfand, mittels einer umfangreichen Ausstellung belichtet. Das mächtige und für jene Zeit sehr moderne Heer von Bischof Otto II wurde von Rudolf van Coevorden und seinen Männern in den Sumpf gelockt und getötet. Dies war das erste Mal in der Geschichte, dass sich das „gemeine Volk“ erfolgreich gegen seinen Herrn aufgelehnt hatte.

Bartmannskrüge
Die Bartmannskrüge, die Sie in unserem Museum antreffen, stammen vor allem aus dem deutschen Hinterland. Bereits im Mittelalter war dies ein exportierter, gefragter Artikel. Wichtige Herstellungsorte waren Frechen, Raeren, Aachen und Köln. Die Bartmannskrüge sind aus Steinzeug, im Niederländischen auch Grès genannt. Steinzeug ist Töpferware, die bei hohen Temperaturen, in der Regel zwischen 1200 und 1300 Grad Celsius, gebrannt wird. Aufgrund von Eigenschaften wie Festigkeit, Härte und Undurchlässigkeit war Steinzeug besonders gut für die Lagerung von Flüssigkeiten geeignet. Insbesondere das Töpferstädtchen Raeren hob sich schon früh von den anderen Töpferregionen ab. Ursprünglich hat man die Krüge auf relativ primitive Art mit unter anderem Gesichtern mit Bärten (Bartmasken) verziert. Die Bartmannskrüge sollten sich noch bis weit in das 18. Jahrhundert weiterentwickeln. Im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts wurden die Krüge neben den Bartmannmasken in der Regel auch mit Rosenranken und Eichenlaub-Ornamenten verziert. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verschwanden diese Verzierungen zugunsten der deftigen Bartmannmasken, oftmals prächtige Köpfe mit fließenden Bärten. Auf dem Bauchteil des Kruges finden wir häufig einen Fries mit Schriftzügen oder Ornamenten. Ab dem Ende des 16. Jahrhunderts ließ die Qualität des Steinzeugs aufgrund verschiedener Ursachen und zunehmender Konkurrenz zu wünschen übrig. Die Ära der Bartmannkrüge ist dann im Grunde über ihren Höhepunkt hinweg.

Tuugkiste
Es gibt eine „Tuugkiste“, also eine Zeugkiste, gefüllt mit Kleidung aus vergangenen Zeiten. Um diese „Tuugkiste“ herum können Sie die ansprechenden Kleidungsstücke, die dem Museum im Laufe der Jahre gespendet wurden, in aller Ruhe betrachten. Hübsche Schürzen, Unterröcke, Hosen mit Spitze und solide gestrickte Wämser mit passenden Unterhosen: kurzum, ein umfassender Überblick über die Kleidung, die man heutzutage nicht mehr sieht.

Der Fluss Vechte
Die Vechte zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Infozentrum. Eine Dauerausstellung zeigt dem Besucher das Leben an der Vechte. Außerdem wird der wunderschöne Film „Die Vechte von der Quelle bis zur Mündung“ gezeigt. Der Film erzählt die Entstehung und Geschichte dieses Flusses im Vogelflug.
Streunen zu den Quellen der Vechte. Eine Foto-Ausstellung des bekannten Fotografen Rob Elfring, unter anderem bekannt durch das Buch „Kulturhistorischer Atlas der Vechte“. Der Vorstand des Informationszentrums Vechtdal Gramsbergen erstand eine Fotoserie des bekannten Fotografen Rob Elfring, genannt „Struinen naar de bronnen van de Vecht“ (Streunen zu den Quellen der Vechte). Das Schöne an dieser Serie ist, dass sie Fotos von der Mündung zur Quelle zeigt, während der bekannte Film über die Vechte ebendiesen in seiner ganzen Schönheit darstellt, von der Quelle bis zur Mündung. Die Geschichte zu den Bildern stammt ebenfalls von Rob Elfring und wurde von Piet Cees Studio video- en audioproducties vertont. Fotoserie und Film werden dauerhaft im Infozentrum gezeigt. Weitere Informationen über den Schöpfer dieser Fotos: http://www.elfoto.nl/site/agenda/21

Film Letzter Nachtwächter
atürlich können Sie sich auch den Film vom letzten Rundgang des Nachtwächters, dem sogenannten Klepperman von Gramsbergen ansehen. Die Filmbilder zeigen, wie Klepperman Harm Evers in seiner dicken Jacke mit Klapper und Hund seine Runde durch das winterliche Gramsbergen macht.
Sonderausstellung über Kaffee im Allgemeinen und umfangreiche Kaffeemühlen-Sammlung.
Im Kürze neue Krippenausstellung: Dezember, Januar 2018-2019
Aufruf
Für Vereinsjubiläen ist es sicherlich schön, eine Ausstellung mit den Daten und Fotos der Vereinsgeschichte zusammenzustellen. Unsere Ausstellungsräumlichkeiten im Museum stellen wir Ihnen hierfür gerne zur Verfügung.

Schlacht von Ane (jetzt mit Animationsfilm zu sehen im Museum in Gramsbergen)
Eine Ausstellung rund um die Schlacht von Ane kann im Museum von Gramsbergen besucht werden. Jedes Jahr um den 28. Juli gedenken wir in der ehemaligen Gemeinde Gramsbergen der berüchtigten Schlacht von Ane, die am 28. Juli 1227 im Weiler Ane stattgefunden hat. Der Anlass dieser Schlacht war eine Fehde zwischen Burggraf Rudolf II van Coevorden und dem Groninger Präfekten Egbert. Der Versuch von Otto II van der Lippe, Bischof von Utrecht, beide Vasallen dieser Diözese miteinander zu versöhnen, war fehlgeschlagen. Was folgte, war ein Kampf zwischen Rudolf und Egbert, wobei Egbert schließlich die Hilfe von Bischof Otto II van der Lippe einberief. Bischof Otto, der wiederum mit den Bauern in Drenthe noch ein Hühnchen zu rupfen hatte, rief zahlreiche Adlige auf, um Rudolf und den Bauern mit vereinten Kräften einmal ordentlich die Ohren zu waschen. Der Verlauf ist bekannt: Das riesige Ritterheer, mit berühmten Rittern in dessen Reihen, wird von den Drenther Bauern unter der Leitung von Rudolf II van Coevorden in den Sumpf gelockt und geschlagen. Dies war das erste Mal, dass sich das „gemeine Volk“ erfolgreich gegen seinen Herrn aufgelehnt hatte.
Forschung hat ergeben, dass diese Schlacht von größerer Bedeutung ist als viele denken. Der Museumsvorstand will diese Ausstellung deshalb in den kommenden Jahren noch ausweiten. Der erste Schritt dazu kam von Amateur-Archäologe Jan Godeke. Dieser fand in einem Gramsberger Feld in der Nähe der Vechte eine prächtige Münzsammlung aus dem 13. Jahrhundert. Diese Sammlung wurde dem Museum als Leihgabe von Herrn Godeke zur Verfügung gestellt. Am Samstag, den 5. Januar 2013 fand während des gutbesuchten Neujahrsempfangs im Museum von Gramsbergen die Enthüllung zweier Figuren statt, die einen wichtigen Beitrag zur Schlacht von Ane am 27. Juli 1227 geliefert hatten.
Stadtrat De Vent war eingeladen, um die Enthüllung durchzuführen. Es zeigte sich, dass die beiden Figuren ein Bauer und eine Bäuerin aus Drenthe sind, mit Heugabel und Dreschflegel bewaffnet. Sie waren es, die damals die Truppen des Bischofs von Utrecht in den Sümpfen von Mommeriete bei Ane kurz und klein schlugen, unter der Leitung von Rudolf II van Coevorden. Bischof Otto van der Lippe war gefallen und wurde später im Dom zu Utrecht beigesetzt.
Otto II war Dompropst zu Utrecht und hatte den Grafen von Holland und Gelre seine Ernennung zum Bischof zu verdanken. Er nahm 1217/1218 während des fünften Kreuzzuges Teil an der Belagerung von Damiette in Ägypten. Wie auch seine Vorgänger war er mit Ausschreitungen im Oversticht, dem Oberen Stift konfrontiert. Er beteiligte sich in Groningen am Partisanenkampf zwischen dem Präfekten auf der einen und der Bürgerpartei Gelkingen auf der anderen Seite, die, unterstützt von Burggraf Rudolf II van Coevorden, die Stadt belagerte. In einem Versuch, dem Präfekten zu Hilfe zu kommen, zog er in den Kampf gegen die Drenther, wurde jedoch in der Schlacht von Ane getötet, während auch sein Heer vernichtet wurde. Seinen Expeditionen zufolge hinterließ er das Bistum stark verarmt. Im Museum von Gramsbergen wurde ein spezieller Ausstellungsraum eingerichtet, der die Geschichte anschaulich zeigt. Neben dem Drenther Bauernpaar ist auch Ritter Rienus in voller Rüstung zu sehen. Außerdem ist zu lesen, welche Adligen umkamen und wie es Rudolf van Coevorden erging. Auch lassen sich die Funde bewundern, die in den Gründen des Schlachtfeldes ausgegraben wurden.
Am 28. Juli 1227 findet die Schlacht von Ane statt. Der Bischof von Utrecht, Otto II van der Lippe, wird mit einem großen Heer, darunter viele namenhafte Ritter, in den Sümpfen von Mommeriete von Bauern und Handwerksleuten besiegt, unter der Leitung von Rudolf II van Coevorden.
Mit aufgeweckter Miene und gutgelaunt begrüßt der Bischof alle in Ommen. Er führt sie nach Nijenstede, wo heute Burg Hardenberg steht, und dann nach Gramsbergen. Schließlich schlagen sie an diesem verfluchten und schicksalhaften Ort namens Ane zum letzten Mal ihre Zelte auf. Es folgen zahlreiche Schiffe, die Proviant, Balliste und auch Armbrüste und andere Waffen in großen Mengen über die Vechte heranschaffen. Diese Ausrüstung kostet mehr als all seine anderen Kriege zusammen. Sobald Rudolf davon erfährt, bricht er die Belagerung ab. Mit seinen Männern stellt er sich ganz in der Nähe von Coevorden gegenüber seinem Herrn auf, und zwar so, dass nur eine sumpfige, wasserreiche Fläche mit einer Breite von über einer halben Meile, ohne Bäume oder Büsche, die Heere voneinander trennt.
Der Bischof, die Grafen und alle seine anderen Männer, fröhlich und im Grunde bereits siegessicher, folgen weit auseinander und ungeordnet. Sie kommen an den Ort, am dem sie den Tod, besser gesagt, den Märtyrertod finden. Auf beiden Seiten beginnt der Kampf. Sobald sie in Richtung des Feindes aufrücken, sacken unsere vordersten Reihen sofort langsam in den stinkenden, toten Sumpf, in dem sie schließlich durch das Gewicht ihrer Rüstung völlig versinken. Aus der Ferne mit Pfeilen und Speeren und aus nächster Nähe mit dem Schwert schlachten die Unmenschen aus Drenthe sie ab wie Vieh. Rudolf und seine Männer jedoch, mit dem Massaker unzufrieden, springen auf ihre Pferde und jagen die flüchtenden Männer und deren Schiffe den ganzen Tag lang an der Vechte, bis zum Einbruch der Nacht. Viele ergreifen sie, nehmen sie gefangen und töten sie.
Die Namen der anderen großen Ritter würde ich Ihnen nacheinander nennen, wenn ich bei dem Gedanken an sie nicht lieber weinen würde als zu schreiben. Aber seien Sie sich dessen sicher: Die Utrechter Ritterschaft mit ihren angesehenen Leuten, ihrer Leichtigkeit und Mut und allem Wohlstand, den dieses Land im Überfluss besaß, erlebte seinen letzten Tag in diesem verfluchten Sumpf. Die Schlacht, die in dem Bericht als das katastrophalste Ereignis jener Zeit bezeichnet wird, hat dazu geführt, dass die Autorität des Bischofs von Utrecht über Drenthe und die Stadt Groningen drastisch darnieder ging. Von diesem Moment an verhielten sich beide Regionen mehr oder weniger autonom. Dies endete erst nach dem Beitritt zur Republik.
(Quelle: Der Quedam narracio de Groninghe de Trentis de Covordia et diversis aliis sub episcopis Traiectensibus oder kurz Narracio ist ein Manuskript aus dem Jahre 1232.)

Das Infozentrum

Bibliothek
Das Infozentrum Vechtdal eignet sich ideal als Ausgangspunkt für Ihre Tour durch die Umgebung. Im Lesesaal finden Sie ausführliche Informationen zu den Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten dieser attraktiven Flussregion. Bei einer Tasse Kaffee können Sie eine Rad- oder Wanderroute in aller Ruhe planen. Mit dem neu erworbenen Reichtum an Informationen sind Sie dann bereit für Ihren Ausflug.
Museumsshop
Für nur 5,00 € das Buch Vechtverhalen („Vechtegeschichten“, Erzählungen über den Fluss), solange der Vorrat reicht.
Bei uns ebenfalls erhältlich: Geschenkgutscheine, einzulösen bei den Gramsberger Betrieben, oder ein Geschenkgutschein für eine Fahrt mit dem Flachboot Vechtezomp.
Wenn Sie ein schönes Geschenk suchen, dann schauen Sie doch einfach im Museumsshop vorbei. Im Shop finden Sie Zinnwaren und Geschirr der berühmten niederländischen Kinderbuchserie Ot und Sien, sowie Puzzles von Wandtafeln aus früheren Zeiten, allerlei Holzspielzeug, verschiedene Kinderlesebücher, Kindergeschirr, das typische Leesplankje (Lesetafel) und vieles mehr.
Die hübschen Küchenhandtücher mit dem Vechtdalanjer, der Nelke des Vechtetals, sind ebenfalls ein empfehlenswertes Andenken, sowie verschiedene Artikel mit dem Wappen von Gramsbergen (Löffel, Zuckerschaufeln, Kaffeetassen usw.).
Wir führen eine umfangreiche Auswahl an alt-holländischen Süßigkeiten wie Butterwaffeln, holländischen Hopjes (Kaffee-Karamell-Bonbons), Lakritz, Zimtkissen, Lakritzstangen und Lakritzschnüren.
Darüber hinaus bieten wir Mehlprodukte der Radewijker Mühle an und natürlich den Honig des ortsansässigen Imkers sowie nicht zuletzt auch leckere Lebkuchen und Vechtdalanjer-Kekse von Bäckerei Slatman.
Auch Bücher über die Region finden Sie bei uns, u.a. Landgut De Groote Scheere, die Kleine Scheere, zwischen Coevorden und Hardenberg, den Katastralen Atlas und natürlich den Thesaurus von Gramsbergen.
Selbstverständlich erhalten Sie hier auch alle touristischen Informationen, Radroutenkarten, Wanderkarten, Veranstaltungen und Arrangements.
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Auditorium
Das Auditorium bietet dem Besucher eindrucksvolle Bild- und Audiofragmente.
Einrichtungen im Infozentrum
Das Infozentrum ist mit Klimaanlage und Ringleitung ausgestattet. Für Gehbehinderte gibt es einen Treppenlift, eine behindertengerechte Toilette und einen Rollstuhl.

Auf Entdeckungstour entlang des „grünen Flusses“
Im Nordosten von Overijssel, zwischen Zwolle und Gramsbergen, liegt das Vechtetal. Ein Gebiet, das von vielen noch nicht entdeckt wurde. Das ist schade, denn das Vechtetal lohnt definitiv einen Besuch. Hier schlängelt sich die Vechte wie ein ausgedehntes Band durch die Landschaft. Die Mischung aus frischen grünen Wiesen, malerischen alten Vechte-Ausläufern und ausgedehnten Wäldern bietet eine abwechslungsreiche Landschaft. Authentische Bauernhöfe, von denen sich die meisten noch in ihrem ursprünglichen Zustand befinden, liegen hier im Grünen verborgen. Die Geschichten der Vergangenheit leben in den alten Dörfern auf den Braunerdeböden weiter. Das Vechtetal zeichnet sich aus durch Ruhe, Weite und eine wunderschöne Natur mit einer reichen Flora und Fauna. Ein idealer Ort zum Entspannen.
Thesaurus von Gramsbergen
Der Thesaurus von Gramsbergen. Ein medizinisches Manuskript aus dem 17. Jahrhundert zugänglich gemacht.
Lucas Grimmerink (van Dokters) fand dieses Buch in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts auf dem Dachboden. Ein Buch, das sich in einem sehr schlechten Zustand befand, hauptsächlich aufgrund von Feuchtigkeitseinflüssen. Ein Buch mit unleserlicher Handschrift, Schnörkeln, Plattdeutsch und regelmäßiger Verwendung von lateinischen Begriffen. Nach einer flüchtigen Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich um eine Art Kräuterbuch handelte, in dem Notizen über Krankheiten, Rezepte und Kräuter eingetragen waren, ein medizinisches Nachschlagewerk. Er lieh das Buch dem damaligen Vorsitzenden des Historischen Kulturkreises Gramsbergen-De Krim (HCK), Herman Slatman, mit der Absicht, das Buch im Museum auszustellen. HCK wurde von einem Berater von Kunst en Cultuur Overijssel (KCO) darüber informiert, dass dies ein sehr interessantes und wertvolles Manuskript sei, und dass das Buch so schnell wie möglich restauriert werden solle. Mönche der Abtei Sion bei Deventer haben mit viel Geduld und Sachverstand wieder ein schönes Ganzes daraus gemacht. Nun aber blieb die Frage, wer das Buch geschrieben hat und was genau der Inhalt ist. Durch Zufall kam Herman Slatman mit Dr. Th. Kemperman in Kontakt. Sie sprachen über das Museum und das „Doktorbuch“, woraufhin Dr. Kemperman erwähnte, dass sein Vater die Übersetzung eventuell übernehmen könne. Sein Vater war Tierarzt im Ruhestand und sein größtes Hobby waren klassische Sprachen. Vielleicht sich dessen nicht sofort bewusst, was er angefangen hatte, arbeitete Dr. E. Kemperman einige Jahre an der Übersetzung des Buches. Es war eine Sisyphusarbeit, aber er hat sie vollbracht. Nach der Übersetzung entstand die Idee, das Buch zu veröffentlichen, wozu die IJsselacademie in Kampen bereit war. Leider ist Dr. E. Kemperman verstorben und konnte nicht mehr miterleben, dass das Buch in der zeitgenössischen niederländischen Fassung veröffentlicht wurde.
Inhalt
An den Handschriften zu erkennen, haben wahrscheinlich drei Autoren Notizen gemacht, Jodocus Ginck aus Zweibrücken, dessen Sohn Pelgerem Ginck und eine weitere Person. Aus dem Text kann abgeleitet werden, dass die aus der deutsch-niederländischen Grenzregion stammenden Autoren selbst praktizierende Mediziner waren. Die Sprache von Vater Jodocus ist in der Regel Hochdeutsch, weist jedoch Merkmale des Niederrheinischen auf. Sohn Pelgerem, der achtzehn Jahre nach seinem Vater mit den Notizen begann, kann in die ostniederländisch-westdeutsche Grenzregion der Gegend Twente-Bentheim eingeordnet werden. Die dritte Hand zeigt viele Niederländisch-Twentische-Varianten. Man konnte nicht herausfinden, wem diese Handschrift gehört und ob diese dritte Person etwas damit zu tun hat, wie das chirurgische Manuskript auf dem Hof in Den Velde gelandet ist. Die Autoren haben ihr Wissen über die Funktionsweise des menschlichen Körpers dem Papier anvertraut, ebenso wie ihre Erfahrungen mit der Entstehung und Heilung von Krankheiten. Vor über vierhundert Jahren hielt Jodocus Ginck im Jahr 1608 als erster Autor in seinem Notizbuch fest, dass sein Bein amputiert wurde. Ein solches Ereignis ist auch heute noch sehr einschneidend, aber zu jener Zeit muss es das Schlimmste gewesen sein, was einem passieren konnte. Jodocus überlebte und notierte die gemachten Erfahrungen in seinem Buch, sowie alle anderen Informationen, die er für sich selbst und zu Lernzwecken anderer festhalten wollte. Aus dem Manuskript kann abgeleitet werden, dass Jodocus 1626 verstarb und das Manuskript seinem Sohn Pelgerem überließ. Die zahlreichen aufgezeichneten Rezepte und die beschriebenen Heilkräuter sind mit ihrer medizinischen Verwendung und manchmal auch mit ihrem Nutzen für den häuslichen Gebrauch versehen, beispielsweise als Mittel zur Entfernung von Flecken oder zur Konservierung verderblicher Waren. In Hunderten von Beschreibungen und Rezepten werden viele Beschwerden abgehandelt, sowie Heilverfahren und medizinische Empfehlungen. Das Manuskript bietet somit ein wunderbares Bild der Einsichten und Praktiken eines Heilers aus dem 17. Jahrhundert.
„Der Thesaurus von Gramsbergen. Ein medizinisches Manuskript aus dem 17. Jahrhundert“.
Das Buch ist als Dreiteiler aufgebaut. Der erste Teil besteht aus einer Reihe von Einführungen und Kommentaren zu den verschiedenen medizinischen und historischen Hintergründen des Manuskripts. So enthält er eine Beschreibung von Band und Buchaufbau, eine Studie der Schreibhände, eine sprachliche Analyse und einen genealogischen Überblick über die Autoren des Manuskripts. Der Text ist mit einer Anzahl von Farbbildern verschiedener Manuskriptseiten aufgelockert. Der zweite Teil ist das Herz des Buches. Nebeneinander dargestellt sind der Originaltext und die moderne niederländische Übersetzung. Schließlich enthält der dritte Teil ein Glossar, einen thematischen Zugriff auf den Band pro Folio, Literaturlisten und einen Index zur Übersetzung. Um Interessenten die Möglichkeit zu bieten, die Quelle selbst zu durchsuchen, wurde das Buch mit einer CD-ROM ergänzt, die zusätzlich zum vollständigen Quelltext (Transkription und Übersetzung) die Abbildungen aller Folios des Originalmanuskripts enthält.
Manuskript
Das Manuskript ist das Eigentum von Frau Klazien Kollen-Westerman, die dies von Lucas Grimmerink als Erbstück erhielt. Das Buch kann im Infozentrum Vechtdal Gramsbergen besichtigt werden.
Ausgabe
Das Buch umfasst mehr als 400 Seiten und ist für 39,95 € im Museum erhältlich.
Maibaum
Symbolischer Maibaum
Vor dem Museum wurde 2001 der symbolisierende Maibaum aufgestellt, ein Mast mit Verzierungen und Symbolen. Der Maibaum ist das Sinnbild der Fruchtbarkeit. Alle Symbole des Maibaums beziehen sich darauf. Der Maibaum ist das Symbol für immer wiederkehrende Wachstumskraft, Fruchtbarkeit und neues Leben.
Links: die Aussaat
• Der pflügende Bauer
• Der säende Bauer
• Die Kornähre, das aus dem Boden sprießende Korn
• Die Mühle, in der das Getreide zu Mehl gemahlen wird
• Das Brot
Rechts: das neue Leben
• Die zwitschernden Kiebitze
• Das Pferd mit dem Fohlen
• Die Erlenzweige
• Das Schaf mit dem Lamm
• Die tieffliegenden Schwalben
An der Spitze des Mastes prunkt das „Wappen von Gramsbergen“, das bis 2001 eine unabhängige Gemeinde war.
Kunstwegen
Etwas ganz Besonderes ist das grenzüberschreitende Projekt „Kunstwegen“.
Es umfasst die Skulpturenroute Nordhorn – Zwolle und die Kunstlinie Emmen – Zwolle.
In der Nähe der Vecht finden sich wunderschöne Kunstwerke, die sich perfekt in den historischen, regionalen Kontext der Region einfügen. Für Kunstliebhaber ist der Besuch eines der größten Freilichtmuseen Europas sehr zu empfehlen.
In unserem Informationszentrum lassen sich die Kunstwerke in einer Diashow bewundern. Anschließend können Sie die Kunstwerke im Vechtetal anhand der kostenlosen Radroutenbroschüre besichtigen. Das bekannte Buch Kunstwegen ist ebenfalls erhältlich. Im Museum befindet sich ein Auslegeexemplar, um Ihnen einen Eindruck dieses Buches zu vermitteln.
http://www.kunstwegen.org/deutsch/region/orte/gramsbergen.php
Kürzlich enthülltes Kunstwerk